Stefans Blog: rund ums Thema Whisky

Autor: Stefan (Seite 2 von 11)

Skye und Umgebung im September 2022

Im September 2022 war es endlich wieder so weit, wir waren wieder in Schottland.

Unsere 20-tägige Reise begann in Edinburgh, führte über Skye nach Harris und Brora zurück nach Edinburgh.

Diese Reise hatte am Anfang die beiden neuen Destillerien Torabhaig auf Skye und Raasay auf der gleichnamigen Insel zum Ziel.

Torabhaig: Die Destillerie wurde 2016 gegründet und brachte letztes Jahr den ersten Whisky auf den Markt. Dieser wurde von den unterschiedlichsten Seite positiv bewertet.

Wir planten nur einen kurzen Besuch, um uns in der Distille kurz umzuschauen und im Café eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen.

Zufälligerweise war ein Platz in der nächsten Tour frei geworden und ich entschied mich spontan diesen Platz einzunehmen. Leider ist auf den Touren das Fotografieren nicht erlaubt. Trotzdem war es eine kurzweilige Tour durch die kleine verwinkelte Produktion. Das anschliessende Tasting zeigte, was für ein Potenzial in der Destille steckt, und ich bin gespannt, wie sich die Destille entwickeln wird. Am nächsten Tag stand die Isle of Raasay auf dem Programm, neben der Insel auch die Destillerie. Wir nächtigten in der Sconser Lodge, die ca. 500m von der Fähre Skye – Raasay entfernt ist.

Nach der Ankunft an der Fähre fielen uns viele kräftige Männer in schwarzen Autos auf, die ebenfalls nach Raasay wollten. Wie sich später herausstellte, waren das Personenschützer für Prinzessin Anne, die heute Raasay und die Distille besuchte. Dies brachte natürlich unsere Pläne, nach der Tour im Café Mittag zu essen, durcheinander, da das Café für die Prinzessin gesperrt war.

Die Tour war ähnlich gut wie die am Vortag in Torabhaig. Beide Destillerien sind fast gleich alt und haben ein ähnliches Konzept, wie sie Whisky herstellen wollen.

Auffällig waren die Stills und der Spirit Safe, die aus Italien stammen; diese werden auch in der Harris Distillery verwendet.

Nach dem Tasting machten wir einen Spaziergang und gingen anschliessend im Raasay House essen. Von dort aus konnten wir die Szenen rund um den Abflug der Prinzessin beobachten. Auf der Fähre trafen wir dann auch die Personenschützer wieder.

Hier noch weitere Bilder von Skye:

Edinburgh November 2019

Die letzten Tage des Urlaubs verbrachten wir in Edinburgh und Umgebung. Wir besuchten die Vaults (SMWS) in Leith, streiften durch die Alt- und Neustadt und machten in verschiedenen Museen Halt.

Holyrood Distillery

Holyrood ist eine neue Destille in Edinburgh, die erst vor kurzem die Produktion aufgenommen hat. Wir beschlossen eine Tour mitzumachen. Die Destille stellt neben Whisky auch Gin her. Die Tour führte erst durch die Ginherstellung und anschliessend durch die Whiskyherstellung. Der zukünftige Whisky ist nach einem Flavour-Konzept entwickelt worden, dabei wird der Geschmack des Whiskys über die unterschiedlichen Hefen (Bier-, Wein- und Whisky-Hefe) und die unterschiedlich gemälzte Gerste gesteuert. Der Ansatz klingt spannend, wie der spätere Whisky schmecken soll, wurde nach der Tour anhand von 2 hergestellten Blends erklärt.

Bruichladdich

Zum Standard-Programm auf Islay gehört sich für uns, einen Abstecher zu Bruichladdich zu unternehmen und am Warehouse Tasting teilzunehmen. Wie bisher immer gab es einen Bruichladdich (non peated), einen Port Charlotte (peated) und einen Octomore (heavily peated) zu probieren. Neu waren, neben einen Tastingglas, Samplefläschchen zum Abfüllen der Proben, und das Ganze in einem schön gestalteten Umkarton.

Ardnahoe Distillery

Ardnahoe ist die neunte Distillery auf Islay, die die Herstellung von Whisky aufgenommen hat. Sie liegt im Norden der Insel zwischen Caol Ila und Bunnahabhain. Wir buchten eine Standard-Tour. Unser Guide lotste uns professionell durch die Destille, ging auf die gestellten Fragen gut ein. Die Tour endete mit jeweils einem Dram aus der Hunter Laing Range. Das Besucherzentrum mit angeschlossenem Café, wie die gesamte Destille, hinterliess einen guten Eindruck, mal schauen, wie der Whisky in ein paar Jahren schmecken wird.

Islay 2019

Die Woche auf Islay verbrachten wir mal wieder in den Bowmore Cottages.

Im November 2019 präsentierte sich das Wetter auf Islay mal sonnig, mal wild, so wie die gesamte Insel eben ist. Neben dem Besuch einiger Destillerien fand sich auch noch ausgiebig Zeit, die Strände und Klippen zu erkunden.

Die „sonnige“ Seite

Die „wilde“ Seite

Bowmore

Die älteste Distillery auf Islay ist Bowmore. Bisher hatte es sich für uns nie ergeben, eine Tour dort zu machen. Das sollte sich ändern. Wir entschieden uns für die Vaults Secrets Tasting Tour. Zur Begrüssung gab es einen Vaults No. 1 Dram, anschliessend ging es durch die gesamte Distillery, wir konnten in jede Ecke und jeden Winkel unsere Nase reinstecken, durften probieren und Fragen stellen. Diese wurden kompetent beantwortet, notfalls wurde ein entsprechender Mitarbeiter zu Rate gezogen. So konnte wir dem Geheimnis von Bowmore auf die Spur kommen. Die Tour endete, wie der Name erwarten liess, im Warehouse No. 1, den Vaults, dort lagen 2 Fässer bereit, aus denen ausgiebig gekostet wurde. Nachdem jeder Teilnehmer sein 10cl Sample gewählt und abgefüllt hatte, ging es zurück ins Visitorcenter, dort klang die Tour mit ein paar Drams aus.

Schottland 2019

Ende Oktober machten wir uns nach Schottland auf, die Reise führte diesmal von Campbeltown über Islay nach Edinburgh.

Campbeltown und Umgebung

Das erste Ziel unserer Reise war Campbeltown; dort nächtigten wir in der Grammar Lodge, einer ehemaligen Schule inmitten des Städtchens. Neben der Erkundung der Umgebung hatten wir den Besuch der Glengyle Distillery und das Cadenheads Warehouse Tasting fest eingeplant. Weil das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machte, wurde das Programm erweitert um einen kurzen Abstecher zur Kintyre Gin Distillery und eine Tour bei Glen Scotia. Als kleine Zugabe nahmen wir noch an einem Tasting des örtlichen Whiskyclubs „Friday Dram Club“ im Ardshield Hotel teil. Thema: Cadenhead’s Abfüllungen mit Mark Watt.

Bilder der Umgebung

Die Glengyle Distillery liegt auf dem Areal von Springbank; 2004 wurde nach der Wiedereröffnung der erste Malt unter dem Namen Kilkerran hergestellt. Glengyle wird nur für wenige Wochen im Jahr von den Mitarbeitern von Springbank betrieben. Ein Grund, warum Glengyle wiedereröffnet wurde, ist, dass Campbeltown die Bezeichnung als eine der fünf Whiskyregionen beibehalten wollte, und dazu brauchte es eine dritte Distillery. Die Tour war für eine Standard Tour sehr kurzweilig und unterhaltsam. Das anschliessende Cadenhead’s Warehouse Tasting bestätigte den guten Ruf. Die Auswahl der Fässer/ Whiskies war sehr gut und die Schlagzahl war hoch. Mein Favorit war ein 12er Hazelburn aus einem First Fill Sherry Hogshead, zum Glück konnte ich eine der letzten Flaschen ergattern.

Die dritte Distillery in Campbeltown ist Glen Scotia. Wir buchten eine Standard Tour. Die Tour war gut, leider konnte der Whisky mich nicht überzeugen.

Schottland 2018

Der diesjährige Schottlandaufenthalt führte uns von Edinburgh über Ullapool auf Harris und zurück über Dufftown nach Edinburgh.

Glen Ord

Auf den Weg von Edinburgh nach Ullapool machten wir einen Stopp bei der Glen Ord Distillery. Da wir ja Friends of Classic Malts sind, ist die Standardtour kostenlos, und so entschlossen wir uns, an der Tour teilzunehmen. Die Tour war „Diageo“-typisch, dafür konnte der hinterher probierte Whisky deutlich mehr überzeugen. Es war spannend zu sehen, wie in den letzten Jahren die Kapazitäten der einzelnen Destillen vedoppelt wurden und wie speziell Glen Ord eine 2. Destille aufgebaut hat, obwohl der Whisky zum grössten Teil nur für den asiatischen Raum bestimmt ist.

Ullapool und Umgebung

Nördlich von Ullapool liegt der Geopark „Knockan Crag“ National Nature Reserve, dort wird die Erdgeschichte von Schottland sichtbar gemacht. Die Umgebung lädt auch zum Wandern ein. Noch ein kleines Stück nordwärts ist das Ardvreck Castle zu finden.

Hier ein paar Impressionnen:

Balblair

Unser Ausflug nach Dornoch (zu meiner Überraschung gibt es dort auch eine Distillery) und Tain brachte uns auf dem Rückweg an der Balblair Distillery vorbei. Leider waren die Touren für den Tag schon ausgebucht, so wurde nur ein kurzer Fotostopp daraus.

Isle of Harris

Harris erwartete uns mit allem, was schottisches Wetter zu bieten hat, „Regenbogen“-Wetter, Sturm, Regen und Sonneschein. Sonst war Harris wie erwartet entspannend.

Zurück auf dem Festland ging die Reise weiter nach Dufftown, dort nächtigten wir im Tullichhouse bei Janis und George. Ein rundum schönes B&B mit grossen Zimmern, sehr gutem Frühstück und tollen Gastgebern.

Von da aus starteten wir verschiedene Ausflüge, die sehr destillenlastig ausfielen, da das Wetter in den letzten beiden Tagen nicht mehr zuliess.

Ballindalloch Castle



Nordseeküste zwischen Findhorn, Bow Fiddle Rock und Cullen

Macallan

Die neugebaute Macallan Distillery ist archetektonisch ein beeindruckender Neubau, mit viel Glas und Holz.

Glenglassaugh


Glen Moray

Tomintoul

Glenlivet

Glen Rothes

The Balvenie Tour

Endlich hat es auch bei uns mit der Distillery Tour bei Balvenie geklappt.

Da wir zu Fuss von unserem B&B zu Balvenie unterwegs waren, mussten wir um das halbe Areal der Grants (Besitzer von Glenfiddich, Balvenie und Kininvie) spazieren, bis wir bei Balvenie angelangten.

Die Tour startete um 10 Uhr, Charles, unser Guide, empfing uns mit Kaffee und einer kurzen Vorstellungsrunde. Unsere Mitstreiter kamen aus den USA und Finnland. Die Tour beinhaltete alle, wirklich alle wesentlichen Schritte der Whiskyherstellung, vom Anbau der Gerste über das Mälzen und Trocknen, das anschliessende Maischen, die Fermentation, das Destillieren und Abfüllen sowie die Aufarbeitung (Cooperage) der Fässer.

Nach Anlegen der Sicherheitswesten schlenderten wir durch die Distillery.

Beginnend in der Mälzerei, wurde jeder Herstellschritt ausführlich erklärt und man erhielt einige Hintergrundinformationen, die es bei „normalen“ Touren nicht gibt. Die von Hand gemälzte und über Torffeuer getrocknete Gerste wird jedem Batch mit einem 12tel zugesetzt. Die restliche Gerste wird ohne Rauch industriell gemälzt. Balvenie ist eine der wenigen Distilleries, die noch selbst einen Teil ihrer Gerste in den Kiln (Darrböden) trocknen, andere sind z.B. Highland Park, Springbank und Laphroaig.
Weiter ging es der Herstellung nach zum Maischen und der Fermentation. In den Mash Tuns wird der Zucker aus der Gerste gelöst und anschliessend in den Washbacks mit Hefe versetzt und zu Alkohol vergoren. Neben der Herstellung des eigenen Whiskies wird auch der Whisky von Kininvie bis auf die Destillation hergestellt. Der Whisky von Kininvie wird hauptsächlich für den Blend „Monkey Shoulder“ verwendet, es gibt vereinzelt auch Single Malt Abfüllungen direkt von Kininvie.

Vom Stillhouse, dort wird der Alkohol destilliert, ging es weiter zur Cooperage, dort werden die Fässer aufbereitet, in denen der Whisky später gelagert wird.

So langsam ging es in den gemütlichen Teil der Tour über, es stand der Besuch des Warehouse an, dort bestand die Möglichkeit, sich selber ein Fläschchen abzufüllen. Wir entschieden uns, je ein Fläschchen von einem 13-jährigen First Fill Bourbon Cask und eines 15-jährigen Refill Bourbon Cask abzufüllen, das noch vorhandene Sherry Cask konnte nicht so überzeugen.

Im anschliessenden Tasting gabe es einen breiten Überblick über die Standardrange und als Highlight den 30-jährigen Balvenie zu verkosten.

Die Tour bei Balvenie ist eine der besten, die wir bis heute machen konnten, absolut weiterzuempfehlen.

Hier nun noch die entsprechenden Bilder zur Tour:

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